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Wirtschaftsnachrichten

Weltbank - Extreme Armut nimmt wegen Corona erstmals seit Jahren zu

The International Monetary Fund logo is seen inside the headquarters at the end of the IMF/World Bank annual meetings in Washington, U.S., October 9, 2016. REUTERS/Yuri Gripas

Berlin (Reuters) - Der Absturz der Weltwirtschaft in die Corona-Rezession lässt der Weltbank zufolge die Zahl der Armen erstmals seit 20 Jahren wieder steigen.

Die Pandemie werde in diesem Jahr 88 bis 115 Millionen Menschen in extreme Armut stürzen, sagte die Organisation am Mittwoch in ihrem alle zwei Jahre erscheinenden Wohlstandsbericht voraus. Je nach Schwere des wirtschaftlichen Einbruchs könne diese Zahl bis 2021 noch auf bis zu 150 Millionen steigen. In extremer Armut lebt nach Weltbank-Definition, wer mit weniger als 1,90 Dollar pro Tag auskommen muss. Dies dürfte der Weltbank zufolge in diesem Jahr zwischen 9,1 und 9,4 Prozent der Weltbevölkerung betreffen. Ohne Pandemie wäre die Armutsrate voraussichtlich auf 7,9 Prozent gesunken, nachdem sie 2017 noch bei 9,2 Prozent gelegen hatte.

“Die Pandemie und die globale Rezession könnten über 1,4 Prozent der Weltbevölkerung in extreme Armut stürzen”, sagte Weltbank-Präsident David Malpass. Dies sei ein “schwerwiegender Rückschlag”. Viele der Betroffenen dürften in Ländern leben, die ohnehin bereits hohe Armutsraten haben. Aber auch in einer Reihe von Staaten mit einem mittleren Einkommensniveau dürfte eine beträchtliche Zahl von Menschen unter die extreme Armutsgrenze rutschen.

Die Corona-Krise sorgt Ökonomen zufolge in diesem Jahr für ein Schrumpfen der Weltwirtschaft um 4,4 Prozent. Dies geht aus einer Umfrage des Ifo-Instituts und des Forschungsnetzes EconPol Europe unter 950 Wirtschaftsexperten aus 110 Ländern hervor. Die Erholung dürfte mit plus 3,2 Prozent im nächsten Jahr langsamer verlaufen. “Sie könnte sich vielerorts mindestens bis ins Jahr 2022 hinziehen, bevor das Vorkrisenniveau wieder erreicht ist.” Als wirksamste wirtschaftspolitische Maßnahmen nennen die Experten Liquiditätshilfen für kleine und mittlere Firmen sowie Verbesserungen der Gesundheitssysteme.[nL8N2GY1CV]

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