December 9, 2010 / 5:20 AM / 9 years ago

Anwalt: Assange hat Hackerangriffe auf Firmen nicht angeordnet

MasterCard and VISA credit cards are seen in this illustrative photograph taken in Hong Kong December 8, 2010. REUTERS/Bobby Yip

London (Reuters) - WikiLeaks-Chef Julian Assange steht nach eigener Aussage nicht hinter den weltweiten Hacker-Angriffen auf Unternehmensserver.

Sein Mandant habe keine Anweisungen zu Attacken gegeben, sagte der Londoner Anwalt des Australiers am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Sympathisanten der Enthüllungsplattform hatten offenbar aus Rache für die Festnahme Assanges Internetseiten von Behörden und Firmen angegriffen und teilweise lahmgelegt.

Die Homepage des weltweit zweitgrößten Kreditkartenanbieters MasterCard wurde zum Ziel, nachdem das Unternehmen Spenden an WikiLeaks blockierte. MasterCard teilte mit, es habe einen massiven Ansturm gegeben, um die Seite mit Datenverkehr zu überschwemmen. “Wir arbeiten daran, den normalen Service wieder anbieten zu können”, hieß es in einer Mitteilung. Mit den Kreditkarten des Unternehmens habe weiter bezahlt werden können.

Hacker brachten die Internetseite der schwedischen Staatsanwaltschaft völlig zum Erliegen. “Natürlich ist es einfach zu glauben, dass es eine Verbindung zu WikiLeaks gibt, aber wir können das nicht bestätigen”, sagte ein Internetredakteur der Behörde der Nachrichtenagentur Reuters. Die Polizei sei eingeschaltet. Die Internetseite eines schwedischen Anwalts wurde ebenfalls angegriffen. Mit WikiLeaks habe das jedoch nichts zu tun, sagte der Jurist. Die schwedische Staatsanwaltschaft geht gegen Assange wegen Vergewaltigungsvorwürfen vor. Auf ihr Betreiben hin wurde der Australier in London festgenommen. Er weist die Vorwürfe als Intrige der US-Regierung zurück, die durch die Enthüllung geheimer Diplomatendepeschen durch WikiLeaks in eine diplomatische Krise gestürzt wurde.

Experten vermuteten eine große Zahl an Hackern hinter den Angriffen. “Hunderte sind es wahrscheinlich mindestens, vielleicht auch Tausende”, sagte Mikko Hypponen von der finnischen IT-Sicherheitsfirma F-Secure.

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