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Weltnachrichten

Russland will Atomstreitkräfte modernisieren

Moskau (Reuters) - Als Reaktion auf den wachsenden Einfluss der Nato im früheren sowjetischen Machtbereich will Russland seine Atomstreitkräfte modernisieren.

“Die Versuche, die militärische Infrastruktur der Nato bis an die Grenzen unseres Landes heranzubringen, setzen sich fort”, sagte der russische Präsident Dmitri Medwedew am Dienstag beim jährlichen Treffen mit seinem Verteidigungsstab. Auch angesichts regionaler Konflikte und terroristischer Bedrohungen sei es unbedingt erforderlich, die Gefechtsbereitschaft zu erhöhen. Explizit nannte er die strategischen Atomwaffen. Unabhängig von der Finanzkrise verfüge Russland über ausreichende Ressourcen, die See- und Landstreitkräfte ab 2011 umfassend zu modernisieren. “Sie müssen in der Lage sein, alle Aufgaben zu erfüllen, um Russlands Sicherheit zu gewährleisten”, sagte Medwedew.

Russland sind insbesondere die Pläne des NATO-Mitglieds USA zur Errichtung eines Raketenschilds in Osteuropa ein Dorn im Auge. Die Pläne stammen noch von der früheren US-Regierung unter George W. Bush. Dieser hatte auch die Aufnahme der früheren Sowjet-Staaten Ukraine und Georgien in die Nato grundsätzlich befürwortet.

Die russische Regierung erklärte, sie schätze die Absicht von Bushs Nachfolger Barack Obama, Konflikte mit Russland auszuräumen. Auf Worte müssten jedoch erst Taten folgen, sagte Medwedew, der am 1. April mit Obama zusammenkommen soll.

Russische Nachrichtenagenturen berichteten, Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow habe Medwedew unterrichtet, dass 70 Prozent der Waffen der Streitkräfte bis 2020 zu den modernsten ihrer Kategorie zählen würden. Derzeit seien es lediglich zehn Prozent.

Ungeachtet des Widerstands zahlreicher Generäle hatte die Führung in Moskau in diesem Jahr eine Armee-Reform eingeleitet, die von Experten als die umfassendste seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gesehen wird. Ziel ist es, die weitgehend demoralisierte Truppe zu verkleinern, aber besser auszurüsten. Militärexperten haben erklärt, Auslöser der Reform sei der fünftägige Krieg gegen Georgien im vergangenen August gewesen. In diesem Konflikt habe sich gezeigt, dass die russischen Streitkräfte nicht über genügend moderne Waffen wie Hochpräzisions-Munition, moderne Kommunikationssysteme und Spionage-Fluggeräte verfügten.

Bis 2012 soll die Stärke der russischen Armee auf eine Millionen Mann von heute 1,13 Millionen sinken. Die Zahl der Offiziere soll auf rund 150.000 von heute 355.000 mehr als halbiert werden.

In diesem Jahr werden die Streitkräfte nach Angaben des Verteidigungsministeriums mit mehreren hundert neuen T-90 Schlachtpanzern ausgestattet. Die Luftwaffe erhält demnach rund 50 neue Kampfflugzeuge und etwa gleich viele Hubschrauber.

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