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Weltnachrichten

Irans Opposition bittet Klerus nach Todesfall um Hilfe

A woman gestures at a demonstration against the disputed outcome of the Iranian presidential election at a march through New York July 25, 2009. REUTERS/Chip East (UNITED STATES POLITICS ELECTIONS CONFLICT)

Teheran (Reuters) - Nach dem Tod eines inhaftierten Demonstranten hat die iranische Opposition die geistliche Elite des Landes aufgefordert, sich für die Freilassung von Gefangenen einzusetzen.

“Wir sind sehr besorgt über ihren physischen und psychischen Gesundheitszustand. Die verhängte Staatsicherheit sollte enden”, hieß es am Wochenende in einer über die Internetseite “Ghalamnews” verbreiteten Erklärung gemäßigter Kräfte. “Der einzige Ausweg aus dieser Situation ist die umgehende Freilassung der Verhafteten.” Zu den Unterzeichnern des Aufrufs gehörten mehrere bei den Wahlen unterlegene Kandidaten sowie der ehemalige Präsident Mohammed Chatami. In Berlin protestierten am Sonntag erneut rund 200 Menschen vor dem Brandenburger Tor gegen Menschenrechtsverletzungen im Iran.

Der von moderaten Kräften betriebenen Internetseite “Moscharekat” zufolge wurde der Demonstrant Mohsen Ruholamini im Teheraner Ewin-Gefängnis getötet. Der junge Mann sei der Sohn eines Beraters des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Mohsen Resaie und bei einer Demonstration am 9. Juli verhaftet worden. Die Behörden waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Einem Bericht der halb-staatlichen Nachrichtenagentur Ilna zufolge planen die Oppositionsführer eine Trauerfeier für die bei den Protesten nach der Wahl vom 12. Juni getöteten Menschen. Bei der Veranstaltung, für die kein Datum genannt wurde, seien keine Reden vorgesehen, teilten die beiden unterlegenen Kandidaten Mirhossein Mussawi und Mehdi Karubi laut Ilna mit. Stattfinden soll die Zusammenkunft auf dem Gebetsgelände Mossala, wo Zehntausende Menschen Platz finden. Schiitische Muslime gedenken ihrer Verstorbenen zu drei verschiedenen Anlässen, darunter dem 40. Todestag ihres Ablebens. Staatlichen Medien zufolge starben mindestens 20 Menschen bei den Unruhen nach der Wahl.

Karubi warf der Regierung zuvor psychische Folter vor. “Die Inhaftierten werden in illegalen Gefängnissen festgehalten und seelischer Folter ausgesetzt. Körperlich werden sie rüde behandelt”, schrieb Karubi laut einem auf seiner Internetseite veröffentlichten Brief an den für die Geheimdienste zuständigen Minister Gholamhossein Mohseni-Edschei. “Denkt über einen Ausweg aus der momentanen Krise nach, andernfalls wird es schwierig für euch, mit dem Ramadan und anderen religiösen und staatlichen Feiertagen zurechtzukommen.” Zu diesen Anlässen versammeln sich in der Islamischen Republik viele Menschen zu Kundgebungen. Ramadan findet in diesem Jahr Ende August bis Anfang September statt.

Augenzeugen zufolge kam es am Samstag in Teheran nahe des belebten Vanak-Platzes erneut zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Hunderten Demonstranten. Die Menge hätte Mussawis Namen gerufen und eine Wiederholung der Wahl gefordert. Mindestens zwei Demonstranten seien geschlagen und festgenommen worden. Die Reformbewegung wirft der Regierung Wahlfälschung vor, was diese bestreitet. Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad war zum Sieger der Abstimmung erklärt worden.

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