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Weltnachrichten

Bewegung im Fall der im Iran inhaftierten Französin

French language teaching assistant Clotilde Reiss testifies during her trial at the Revolutionary court in Tehran August 8, 2009. REUTERS/Fars News (POLITICS CRIME LAW)

Teheran (Reuters) - In den Fall der im Iran inhaftierten französischen Sprachlehrerin Clotilde Reiss kommt Bewegung.

Frankreich erklärte sich nach offiziellen iranischen Angaben am Mittwoch bereit, für die Freilassung der Frau eine Kaution zu hinterlegen. Sie darf aber, wie die Teheraner Staatsanwaltschaft sogleich erklärte, den Iran nicht verlassen. Zunächst müsse das Urteil gegen die Französin abgewartet werden, die wegen Spionage und Verschwörung zum Sturz des islamischen Systems angeklagt ist.

Der Fall Reiss beschäftigte auch die Europäische Union. Mehrere Mitgliedsländer bestellten nach einer gemeinsamen Absprache die jeweiligen iranischen Botschafter ein. Das Auswärtige Amt in Berlin habe dem Chef der iranischen Vertretung am Dienstag die Besorgnis und die Kritik an den Ereignissen der vergangenen Wochen und Monate übermittelt, sagte Ministeriumssprecher Andreas Peschke in Berlin. Dabei sei die klare Erwartung geäußert worden, dass die Inhaftierten unverzüglich freigelassen würden. Dies gelte insbesondere im Fall Reiss.

Die iranische Opposition wirft der Regierung vor, das Ergebnis der Präsidentenwahl vom 12. Juni zugunsten von Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad gefälscht zu haben. Die Polizei und islamische Milizen sind mit massiver Härte gegen die größten Demonstrationen im Iran seit der Revolution von 1979 vorgegangen. Mehrere Menschen starben, Tausende wurden eingesperrt. Mindestens 200 befinden sich noch in Haft und mehr als 100 müssen sich derzeit in international scharf kritisierten Verfahren vor Gericht verantworten, darunter auch Reiss.

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