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Weltnachrichten

Magazin: Rechtspopulist Haider verfügte über Geheimkonten

Archivbild: Der 2008 tödlich verunglückte österreichische Rechtspopulist Jörg Haider in Wien am 28. September 2008. REUTERS/Herwig Prammer

Wien (Reuters) - Der 2008 tödlich verunglückte österreichische Rechtspopulist Jörg Haider hat einem Magazinbericht zufolge über ein Netzwerk von Treuhandkonten in Liechtenstein Millionen Euro verschoben.

Der Kärntner Landeshauptmann (Ministerpräsident) habe zu Lebzeiten Zugriff auf mehr als ein Dutzend Briefkastenfirmen in Liechtenstein gehabt, berichtete das Magazin “profil” in seiner neuesten Ausgabe. Auf den Konten hätten zeitweise bis zu 45 Millionen Euro gelegen, aktuell seien allerdings nur noch fünf Millionen Euro verfügbar.

Die Herkunft des Geldes ist dem Bericht zufolge nicht bekannt. Das sei Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen. Neben dem vor zwei Jahren bei einem Autounfall verunglückten Haider hätten drei namentlich bekannte Personen Zugriff auf die Konten gehabt. Vieles deute darauf hin, dass die Mittel weder der Freiheitlichen Partei (FPÖ) noch dem Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ), sondern ausschließlich Haider zur Verfügung gestanden hätten. Schon als Haider im Jahr 2000 die Führung der FPÖ abgab, sei die vermeintlich prall gefüllte Parteikasse bis auf die staatliche Parteienfinanzierung leer gewesen.

Ungeklärt ist dem “profil”-Bericht zufolge auch der Verbleib von 40 Millionen Euro, die von den Konten verschwunden sein sollen. Ein erheblicher Teil der Mittel soll bei riskanten Veranlagungen verloren gegangen sein. Dafür trage ein Vertrauter Haiders die Verantwortung, der als verschollen gelte.

Ermittler aus Deutschland, Österreich und Liechtenstein waren den Konten im Frühjahr auf die Spur gekommen, als sie im Fürstentum die Bankverbindungen von 46 Briefkastengesellschaften knackten, berichtete das Magazin weiter. Diese stünden möglicherweise in Verbindung mit den Vorgängen um den Kauf der Kärntner Hypo Alpe-Adria durch die Bayerische Landesbank im Jahr 2007. Eine Sprecherin der Kärntner Staatsanwaltschaft wollte sich zu dem “profil”-Bericht nicht äußern.

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