Deutsche-Bank-Chef Ackermann verdient fast 10 Mio Euro

Dienstag, 16. März 2010, 16:14 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ist wieder Spitzenverdiener aller Vorstände im Dax.

Der Schweizer erhält für 2009 insgesamt rund 9,6 Millionen Euro, davon gut 85 Prozent als Bonus, wie aus dem Geschäftsbericht am Dienstag hervorging. Für das Vorjahr, als die Bank inmitten der Finanzkrise noch ein Rekordverlust verbuchte, erhielten er und seine Vorstandskollegen keine Boni - damals bekam Ackermann gerade 1,4 Millionen Euro. 2009 schrieb Deutschlands größtes Bankhaus dank satter Einnahmen im relativ riskanten Investmentbanking wieder einen Gewinn von mehr als fünf Milliarden Euro.

Die Krise hat eine heftige Debatte über hohe Banker-Prämien ausgelöst. Im Fokus stehen dabei aber vor allem staatlich gestützte Institute, zu denen die Deutsche Bank als eins der weniger Häuser weltweit nicht gehört. Besonders die Ausrichtung der Boni an kurzfristigen Zielen gilt als eine Ursache der weltweiten Wirtschaftskrise.

Wie fast alle Banken rund um den Globus hat auch die Deutsche Bank hierauf reagiert und sich verpflichtet, die Prämien künftig stärker am langfristigen Erfolg des Instituts auszurichten. So bekommt Ackermann für 2009 nur 1,6 Millionen Euro an Bonus direkt ausgezahlt. Die restlichen fast 6,7 Millionen Euro, die größtenteils in Aktien gewährt werden, werden erst in einigen Jahren ausgeschüttet - abhängig vom Gewinn und anderen Finanzkriterien. Die Zusagen können auch wieder verfallen. Mit derartigen Malus-Regeln soll verhindert werden, dass Banker kurzfristig zu hohe Risiken eingehen, die später zu hohen Verlusten führen. Zudem wird künftig das Fixgehalt erhöht und der Bonusanteil reduziert - auch bei den Spitzenmanagern.

VORSTAND VERDIENTE 2009 KNAPP 39 MILLIONEN EURO

Insgesamt verdiente der achtköpfige Vorstand der Deutschen Bank 2009 knapp 39 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor, als das Führungsgremium allerdings noch halb so groß war, erhielten die Manager nur 4,5 Millionen Euro. Insgesamt würden 70 Prozent der Boni zeitverzögert ausgezahlt - 2007 im Jahr des Rekordgewinns waren es lediglich 40 Prozent, wie ein Sprecher betonte. Damals verdiente Ackermann noch mehr als 14 Millionen Euro und war damit ebenfalls klarer Dax-Spitzenreiter.

Im internationalen Vergleich ist Ackermann weit von den absoluten Spitzengehältern in den USA entfernt. Top-Verdiener war 2009 der Chef der viertgrößten US-Bank Wells Fargo, John Stumpf, der mehr als 21 Millionen Dollar bekam. Sein Kollege von JP Morgan Chase, Jamie Dimon, erhält allein an Boni rund 16 Millionen Dollar. Bei der Schweizer UBS erhält Top-Investmentbanker Carsten Kengeter trotz hoher Verluste als Spitzenverdiener mehr als 13 Millionen Schweizer Franken (knapp neun Millionen Euro).

Mit Spannung war erwartet worden, ob Ackermann mehr verdient als der Deutsche-Bank-Top-Investmentbanker Anshu Jain, der 2009 in den Vorstand aufgerückt war. Er bekommt 7,8 Millionen Euro. Jain verantwortet das Handelsgeschäft, wo der Branchenprimus den Löwenanteil der Gewinne erzielt. Auch in den nächsten Jahren setzt die Bank besonders auf Jain, der zudem als ein Kandidat für die Nachfolge Ackermanns gilt. Bis 2011 will das Institut zehn Milliarden Euro vor Steuern verdienen, zwei Drittel davon im Investmentbanking. Sollte das im Geschäftsbericht bekräftigte Ziel erreicht werden, dürften die Boni weiter sprudeln.

Die Deutsche Bank legte - wie von den Regulierern gefordert - erstmals auch einen detaillierten Bericht zu ihren Vergütungsprinzipien vor. Demnach erhielten die Mitarbeiter, die besonders hohe Risikopositionen verantworten, insgesamt mehr als 2,5 Milliarden Euro, davon wird die Hälfte nicht sofort ausgezahlt. Beobachter schätzen die Zahl dieser Banker auf mehrere Tausend. Im Investmentbanking, einschließlich aller Verwaltungseinheiten, lag der Pro-Kopf-Verdienst bei 216.000 Euro.

 
<p>CEO of Deutsche Bank AG Josef Ackermann smiles as he arrives before the unveiling ceremony of the solar-powered 61 metres (200 feet) wingspan HB-SIA prototype airplane of Solar Impulse in the town of Duebendorf north of Zurich June 26, 2009. REUTERS /Arnd Wiegmann</p>