Peugeot bekennt sich zu Allianz mit GM und Opel

Sonntag, 25. November 2012, 11:04 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Der angeschlagene französische Autobauer PSA Peugeot Citroën ist Zweifeln an der Kooperation mit dem US-Konzern General Motors (GM) und dessen deutscher Tochter Opel entgegengetreten.

"GM ist der richtige Partner für uns", sagte der Chef der Marke Peugeot, Maxime Picat, der Zeitung "Welt am Sonntag". "Wir stehen vor vergleichbaren Schwierigkeiten, und wir haben dieselben Ziele." Zuletzt hatte bereits GM-Chef Dan Akerson bekräftigt, an der Zusammenarbeit mit den Franzosen festzuhalten. Nach Informationen aus Finanzkreisen wurden die Gespräche allerdings auf Eis gelegt. Grund sind demzufolge die Bemühungen der französischen Regierung, die von PSA geplante Streichung von rund 10.000 Arbeitsplätzen sowie die Schließung eines Werkes nahe Paris zu verhindern.

GM ist seit Februar mit sieben Prozent an PSA beteiligt. Gewerkschaften in Deutschland und Frankreich hatten befürchtet, dass Opel und Peugeot im Falle einer engeren Allianz noch tiefere Einschnitte vornehmen könnten als bisher schon geplant. Von einer Vertiefung der Zusammenarbeit sprach Picat allerdings nicht, sondern unterstrich lediglich die bisherigen Vorhaben. "Die Kooperation läuft nach Plan. Was wir angekündigt haben, haben wir auch umgesetzt. Und wir werden wie vereinbart auf vier gemeinsamen Plattformen zusammen Autos bauen", sagte er. Bislang sind beide Partner nicht über Vereinbarungen für diese vier Fahrzeugprojekte und den gemeinsamen Einkauf hinausgekommen. Zuletzt hatte der indische Autokonzern Tata einen Medienbericht zurückgewiesen, mit PSA die Möglichkeit einer Allianz auszuloten für den Fall, dass die Kooperation zwischen GM und den Franzosen scheitert.

Die französische Regierung hat Mitspracherechte bei PSA, nachdem sie dem Unternehmen milliardenschwere Garantien gewährte. Der Peugeot-Chef machte deutlich, dass PSA keine Abstriche bei den geplanten Kürzungen beabsichtige. "Wir verfolgen unsere Pläne so, wie wir es entschieden haben. Es gibt keine Änderung", sagte Picat. Er räumte ein, dass dem Autobauer eine längere Durststrecke bevorstehe. "Ende 2014 werden wir wieder einen positiven Cashflow haben, im Jahr darauf wieder Gewinn machen", sagte der Manager.

 
The logo of German General Motors daughter Opel and the bank of French car maker Peugeot are seen at a Opel and Peugeot dealership in Leverkusen near Cologne October 22, 2012. Picture taken October 22. REUTERS/Wolfgang Rattay (GERMANY)