Pflegeheim-Betreiber Curanum soll französisch werden

Montag, 10. Dezember 2012, 17:59 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Pflegeheim-Betreiber Curanum soll französisch werden: Der Pariser Rivale Korian will das Münchener Unternehmen für mehr als 100 Millionen Euro übernehmen.

"Diese große Akquisition würde Korian zu einem europäischen Führungsunternehmen in den drei größten Märkten Deutschland, Frankreich und Italien machen", erklärte Konzernchef Yann Coleou am Montag. Korian betreibt in Frankreich, Deutschland und Italien 249 Einrichtungen mit mehr als 24.400 Betten. In Deutschland gehören bereits die Phönix-Seniorenzentren zur Korian-Gruppe. Das 2001 gegründete Unternehmen ist seit 2006 an der Pariser Börse notiert.

Einem Korian-Sprecher zufolge gab es bereits seit einigen Monaten Gespräche mit Curanum über eine freundliche Übernahme. Korian bietet den Curanum-Aktionären 2,50 Euro je Aktie. Das entspricht einem Angebot von 106,3 Millionen Euro. Den Curanum-Anteilseignern winkt damit ein Aufschlag von 14 Prozent zum Schlusskurs der Aktie vom Freitag von 2,19 Euro. An der Börse sorgte die Übernahme-Ankündigung für viel Aufwind: Die Curanum-Titel schossen um 13,7 Prozent auf 2,49 Euro. Am Freitag waren die Papiere um sieben Prozent auf den höchsten Stand seit neun Monaten geklettert.

Die Franzosen erwirtschafteten 2011 bei einem Umsatz von einer Milliarde Euro 25,8 Millionen Euro Gewinn. Curanum setzte im vergangenen Jahr mit seinen 77 Einrichtungen 266 Millionen Euro um. Unter anderem durch Wertberichtigungen stand 2011 ein Verlust von 12,9 Millionen Euro in den Büchern.

CURANUM-SPITZE SIGNALISIERT ZUSTIMMUNG

Die von BNP Paribas beratene Korian knüpft ihre Offerte an die Bedingung, dass Curanum-Aktionäre mindestens 75 Prozent aller Anteile andienen. Rund 54 der Anteile hat sich Korian nach eigenen Angaben bereits gesichert. Der Schlüssel zum Erfolg liegt unter anderem beim Finanzinvestor Triton, der 21 Prozent an Curanum hält und vor kurzem aufgestockt hatte. Weitere große Pakete liegen bei Audley Capital (12,8 Prozent), der NordLB (9,3 Prozent) und bei dem niederländischen Fonds Navitas (13 Prozent). Vorstand und Aufsichtsrat von Curanum haben ihre grundsätzliche Zustimmung bereits signalisiert: Das Geschäft beider Unternehmen und ihre regionale Aufstellung ergänzten sich gut. Curanum werde sich aber erst nach Veröffentlichung der Angebotsunterlagen zur Höhe des Angebots äußern.