E.ON macht mit Beteiligungsverkauf erneut Kasse

Dienstag, 15. Januar 2013, 16:48 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - E.ON-Chef Johannes Teyssen hat mit der Veräußerung einer Beteiligung in der Slowakei sein angepeiltes Einnahmeziel für das Verkaufsprogramm übertroffen.

Der Konzern gebe seinen 24,5-Prozent-Anteil an dem slowakischen Versorger SPP für 1,3 Milliarden Euro an den tschechischen Konkurrenten EPH ab, teilte der Versorger am Dienstag mit. Damit habe E.ON aus dem Ende 2010 angekündigten Verkaufsprogramm insgesamt knapp 17 Milliarden Euro erlöst. Teyssen hatte damals bis Ende 2013 Einnahmen von 15 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. E.ON kämpft mit hohen Schulden und sinkenden Gewinnen im Stromgeschäft.

Der Verkauf soll in den nächsten Wochen über die Bühne gehen. Der französische Versorger GDF stieß für die gleiche Summe ein weiteres SPP-Paket an die Tschechen ab. EPH hält damit künftig 49 Prozent an dem slowakischen Versorger, die Mehrheit bleibt in Staatsbesitz. E.ON war 2002 bei SPP eingestigen. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Bratislava und beschäftigt rund 4000 Mitarbeiter. Ganz gibt E.ON den Markt nicht auf. Der Konzern ist noch an dem Versorger ZSE beteiligt.

E.ON PLANT WEITERE VERKÄUFE - KONZERN KÄMPFT MIT SCHULDEN

Für Teyssen ist der Verkauf eine Erfolgsmeldung. Der Erlös liege auch etwas über den Markterwartungen, hieß es in einem Kommentar der DZ Bank. Der bereits zuletzt stark gebeutelten E.ON-Aktie half das allerdings wenig. Das Papier notierte zeitweise mit über einem Prozent stärker im Minus als der Dax.

Der E.ON-Chef hatte im Herbst die Geschäftsprognosen für 2013 und 2015 gekippt und damit die Aktie auf Talfahrt geschickt. Dem Energieriesen machen unter anderem die schwächere Stromnachfrage in Teilen Europas und die gefallenen Großhandelspreise an den Strombörsen zu schaffen. E.ON drücken zudem Schulden in Höhe von über 35 Milliarden Euro. Der Konzern plant weitere Verkäufe, darunter von Regionalgesellschaften in Deutschland. Zu den bisher größten Veräußerungen gehörte die britische Stromnetztochter Central Networks für fast fünf Milliarden Euro an die amerikanische PPL Corporation 2011 und die deutsche Gasnetztochter Open Grid Europe (OGE) für rund drei Milliarden Euro an ein Konsortium um die australische Investmentbank Macquarie.

 
CEO of German utility giant E.ON Johannes Teyssen poses before the annual meeting of German utility giant E.ON in Essen May 3, 2012. REUTERS/Ina Fassbender