FOKUS 1-Thyssen bietet Zugeständnisse für Transrapid in China

Donnerstag, 29. Januar 2009, 14:03 Uhr
 

Berlin, 29. Jan (Reuters) - ThyssenKrupp(TKAG.DE: Kurs) will China die lange erhoffte Zustimmung zur Verlängerung der Transrapid-Strecke in Shanghai durch eine stärkere Einbindung der Chinesen in das Projekt schmackhaft machen. Am Rande des Besuchs des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao wurde am Donnerstag in Berlin eine Absichtserklärung unterzeichnet, nach der ThyssenKrupp Teile der Kerntechnologie der Magnetschwebebahn China zur Verfügung stellen könnte. Der Konzern will dadurch die Pläne für einen Ausbau der Strecke in Shanghai vorantreiben.

Der von ThyssenKrupp und Siemens(SIEGn.DE: Kurs) gebaute Zug ist bisher nur in der chinesischen Millionenstadt im kommerziellen Einsatz. Er verbindet den internationalen Flughafen von Shanghai mit dem 30 Kilometer entfernten Geschäftsviertel Pudong.

China hatte einer Verlängerung der Strecke schon vor Jahren grundsätzlich zugestimmt, der Staatsrat hat aber bislang kein grünes Licht dafür gegeben. In Deutschland war eine Verbindung der Münchener Innenstadt mit dem Flughafen durch den Transrapid an hohen Kostensteigerungen gescheitert.

Im Fall einer endgültigen Einigung erhielte China die Möglichkeit, die Systemkomponenten, die den Zug zum Schweben bringen, selbst zu bauen und in China einzusetzen, erläuterte eine Sprecherin von ThyssenKrupp Technologies. 2006 hatte der Konzern bereits die Lizenz zum Bau der Wagenkästen an China weitergegeben. "Die weltweite Nutzung der Kerntechnologie bleibt bei ThyssenKrupp", betonte ThyssenKrupp. Der Konzern behalte das Know-how und die Nutzung der Lizenz sei auf China beschränkt.

In den vergangenen Monten hatte es Spekulationen gegeben, ThyssenKrupp wolle die Technologie komplett an China verkaufen. "Es gibt keinen Ausverkauf", bekräftigte ThyssenKrupp nun. Auch Siemens hatte vor wenigen Tagen erklärt, die Kernkompetenzen im Konzern halten zu wollen.

(Reporter: Tom Käckenhoff; redigiert von Alexander Hübner)