Bundeswehr übergibt Feldlager in Kundus in zivile Hände

Donnerstag, 15. November 2012, 13:16 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Bundeswehr hat die Leitung ihres Feldlagers im afghanischen Kundus am Donnerstag in zivile Hände übergeben und damit einen weiteren Schritt zum Abzug getan.

Leiter des Lagers ist nun der Diplomat Helmut Landes, der zuvor schon das inzwischen aufgegebene Feldlager in Feisabad geleitet hatte. "Unser Afghanistan-Engagement bekommt zunehmend ein ziviles Gesicht", erklärte Bundesaußenminister Guido Westerwelle in Berlin. Am Vortag hatte er gemeinsam mit Verteidigungsminister Thomas de Maiziere angekündigt, die Zahl der deutschen Soldaten in Afghanistan solle ab Februar um weitere 1100 Soldaten auf schließlich 3300 sinken. Der Bundestag wird darüber im Januar entscheiden.

Der zivile Aufbau und die Ausbildung in der Region Kundus würden unverändert fortgesetzt, erklärte das Auswärtige Amt. Sechs Schulen befänden sich derzeit im Bau, fünf weitere seien in Planung. Parallel dazu sollten in der Provinz Kundus bis Ende 2012 zwei Lehrer-Ausbildungszentren fertiggestellt werden. Auch Wasseranlagen, Straßen und Brunnen würden weiter ausgebaut. In Kundus sind rund 1100 deutsche Soldaten stationiert, das militärische Kommando über sie bleibt bei der Bundeswehr. Kundus war lange Zeit der mit Abstand gefährlichste Einsatzort der Bundeswehr, viele Soldaten sind hier gefallen.

 
Saxony State Premier Stanislaw Tillich (R) takes pictures of German Defence Minister Thomas de Maiziere (2nd L) as he poses with soldiers of the German armed forces, Bundeswehr, in the ISAF camp in Kunduz July 3, 2012. REUTERS/Hannibal Hanschke/Pool (AFGHANISTAN - Tags: POLITICS MILITARY)