Bundeswehr schließt zwei Militärlager in Afghanistan

Freitag, 30. November 2012, 11:50 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung will im kommenden Jahr Sicherheitskreisen zufolge das Bundeswehr-Lager im nordafghanischen Kundus schließen.

Das Camp mit derzeit rund 1100 deutschen Soldaten solle bis Ende 2013 aufgegeben werden, hieß es am Freitag. Der Stützpunkt OP North mit gut 600 deutschen Soldaten werde noch davor geschlossen. Die beiden Stützpunkte sind die gefährlichsten Einsatzorte der Deutschen in Afghanistan.

Die Bundeswehr hätte nach der Schließung der beiden Camps nur noch die Verantwortung für ihr größtes Feldlager in Masar-i-Scharif, von dem aus der Einsatz im Norden gesteuert wird. Zudem sind deutsche Soldaten im Isaf-Hauptquartier Kabul stationiert und als Militär-Ausbilder im Camp Spann bei Masar-i-Scharif. Deutsche Fernmelder können darüber hinaus zur Unterstützung anderer Isaf-Einheiten in Kandahar und Bagram eingesetzt werden.

Im Rahmen des Abzugs soll die Zahl der deutschen Soldaten am Hindukusch bis Ende Februar 2014 auf 3300 sinken. Derzeit sind knapp 4600 Bundeswehr-Soldaten im Einsatz. Der Bundestag entscheidet im Januar über das neue Mandat. Es ist die vorletzte Mandatsverlängerung bis zum Abschluss des Kampfeinsatzes Ende 2014. Eine Folgemission soll der Ausbildung und Beratung der einheimischen Sicherheitskräfte dienen. Eine Aufgabe für die deutschen Soldaten könnte ab 2015 der Betrieb von zwei Militärschulen in Masar-i-Scharif und Kabul sein. Für die Gesamtstärke der neuen Afghanistan-Truppe wird mit 10.000 bis 40.000 Soldaten spekuliert. Wie groß der deutsche Anteil daran sein wird, ist noch nicht bekannt.

 
German Defence Minister Thomas de Maiziere (2nd R) talks to soldiers of the Bundeswehr, the German armed forces, in the ISAF camp in Kunduz July 3, 2012. REUTERS/Hannibal Hanschke/Pool (AFGHANISTAN - Tags: POLITICS MILITARY)