Arbeitslosigkeit in Spanien steigt auch Anfang 2013

Montag, 4. Februar 2013, 14:04 Uhr
 

Madrid (Reuters) - Der spanische Arbeitsmarkt kommt auch im neuen Jahr nicht vom Fleck.

Die Zahl der Erwerbslosen stieg im Januar auf 4,98 Millionen, wie das Arbeitsministerium am Montag in Madrid mitteilte. Im Vergleich zum Dezember waren das gut 132.000 Menschen oder 2,7 Prozent mehr. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone steckt derzeit in einer tiefen Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im vierten Quartal 2012 um 0,7 Prozent und damit so stark wie seit einem Jahr nicht mehr. Regierungschef Mariano Rajoy will sein Land mit einem harten Reform- und Sparkurs aus der Krise führen. Zur Ankurbelung der Wirtschaft soll es bald auch ein Konjunkturpaket geben.

Die Aussichten für Spaniens Wirtschaft bleiben trübe. Der Internationale Währungsfonds sagt für das laufende Jahr ein Schrumpfen um 1,5 Prozent voraus, nach einem erwarteten Minus von 1,4 Prozent für 2012. Größtes Hindernis für eine Erholung ist die hohe Arbeitslosigkeit. Jeder vierte Spanier hat keinen Job. Die monatlichen Daten des Arbeitsministeriums gelten als weniger zuverlässig als die Quartalszahlen des nationalen Statistikamts. Denen zufolge lag die Arbeitslosenquote im Schlussquartal bei rund 26 Prozent - das bedeutet, dass etwa 5,97 Millionen Spanier zwischen Oktober und Dezember ohne Job waren.

Stellenstreichungen treffen zunehmend Beschäftigte in der Finanzindustrie. Hier sollen im laufenden Jahr nach Gewerkschaftsangaben rund 20.000 Arbeitsplätze wegfallen. Für Mittwoch sind Streiks bei Instituten wie Bankia, Banco de Valencia und NovaGalicia Banco geplant, denen die öffentliche Hand mit Finanzmitteln über die Krise hinweggeholfen hatte.

Rajoy sollte im Laufe des Tages zu deutsch-spanischen Regierungskonsultationen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammentreffen.