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Macron immer mehr Favorit für französische Präsidentenwahl
3. März 2017 / 15:08 / vor 7 Monaten

Macron immer mehr Favorit für französische Präsidentenwahl

Emmanuel Macron, head of the political movement En Marche !, or Onwards !, and candidate for the 2017 French presidential election, speaks during a news conference to unveil his fully budgeted manifesto, named a "contract with the nation", in Paris, France, March 2, 2017. REUTERS/Christian Hartmann

Paris (Reuters) - Der parteiunabhängige französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron festigt seine Favoritenrolle.

In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage lag er erstmals sogar im ersten Wahlgang vor der Kandidatin der Rechtsextremen, Marine Le Pen. In einer Stichwahl würde er sich allen Umfragen zufolge klar gegen Le Pen durchsetzen und Nachfolger des sozialistischen Amtsinhabers Francois Hollande werden. Sowohl Le Pen als auch der Drittplatzierte Francois Fillon von den konservativen Republikanern stehen im Mittelpunkt politischer Skandale. Immer mehr Unterstützer Fillons verweigern dem Konservativen ihre Gefolgschaft. In der Partei wurde angedeutet, dass Ex-Premier Alain Juppe sich wieder einschalten könnte.

Der Erhebung des Odoxa-Instituts für den Sender France 2 zufolge kommt Macron in der ersten Runde am 23. April auf 27 Prozent (plus zwei Punkte), Le Pen auf 25,5 Prozent (minus 1,5 Punkte). Fillon könnte weiterhin nur mit 19 Prozent der Stimmen rechnen und würde es damit nicht in die Stichwahl am 7. Mai schaffen. An den Finanzmärkten wurde die Umfrage mit Erleichterung aufgenommen. Anleger deckten sich wieder mit Frankreich-Anleihen ein.

Auch in der täglichen Umfrage des Instituts Opinionway kann Macron zulegen und kommt auf 24 Prozent (plus eins). Verbessern konnte sich hier aber auch Le Pen auf 27 Prozent (plus zwei Punkte). Fillon verliert zwei Punkte auf 19 Prozent. Eine klare Mehrheit der Franzosen rechnet dem Institut zufolge damit, dass Macron, der der politischen Mitte zugerechnet wird, nächster Präsident sein wird. Am Donnerstag hatte er sein Programm vorgestellt, das unter anderem den Verkauf von Staatsanteilen an Unternehmen sowie eine Senkung von Unternehmenssteuern vor.

KOMMT JUPPE?

Bislang hatte Le Pen in allen Umfragen für die erste Wahlrunde vor ihren Konkurrenten gelegen. In der Stichwahl würde sie den Befragungen zufolge jedoch klar sowohl gegen Macron als auch gegen Fillon unterliegen. Ein anderes Bild ergibt sich der Odoxa-Umfrage zufolge, wenn Fillon durch Juppe als Kandidat abgelöst würde. Dann entfielen auf Juppe 26,5 Prozent und auf Macron 25 Prozent. Le Pen würde es mit 24 Prozent nicht in die zweite Runde schaffen. In republikanischen Parteikreisen hieß es, Juppe sei “bereit, sich an der Suche nach einer Lösung zu beteiligen”. Nach seiner Niederlage gegen Fillon im parteiinternen Ausscheidungsverfahren hatte er erklärt, er stehe als Ersatzkandidat nicht zur Verfügung.

Macron profitiert insbesondere von der Schwäche Fillons, gegen den ein Ermittlungsverfahren wegen Scheinbeschäftigung von Familienangehörigen auf Staatskosten vorgeworfen wird. Fillon hat die Vorwürfe zwar zurückgewiesen und erklärt, er halte an seiner Kandidatur fest. Doch auch im eigenen Lager stößt er auf Skepsis. Am Freitag trat sein Sprecher Thierry Solaire zurück. Zuvor hatte schon sein außenpolitischer Berater Bruno Le Maire seinen Rücktritt erklärt. Das liberale Bündnis UDI kündigte an, im Wahlkampf zunächst nicht mehr für den früheren Premierminister zu werben. Ungeachtet dessen planen die Republikaner für Sonntag in Paris eine Demonstration zur Unterstützung Fillons.

Auch Le Pen ist mit Ermittlungen konfrontiert. Das EU-Parlament hob am Donnerstag ihre Immunität auf und machte den Weg für Ermittlungen frei. Le Pen wird in Frankreich vorgeworfen, auf Twitter Fotos von Gewalttaten der IS-Miliz gepostet zu haben. Dies ist in Frankreich strafbar. Außerdem sieht sie sich als Europa-Abgeordnete Vorwürfen ausgesetzt, eine Sekretärin im Parlament als Assistentin bezeichnet und damit wesentlich höhere Gehälter kassiert zu haben. In einem zweiten Fall soll ein Leibwächter als Parlamentsassistent deklariert worden sein. Sie hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

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