Air-France-Maschine nach Sturm über Atlantik vermisst

Montag, 1. Juni 2009, 15:10 Uhr
 

Paris (Reuters) - Eine Air-France-Maschine mit 228 Insassen an Bord ist auf dem Weg von Brasilien nach Frankreich in starke Turbulenzen geraten und anschließend vom Radar verschwunden.

Das Flugzeug sei möglicherweise von einem Blitz getroffen worden, sagte ein Air-France-Sprecher am Montag. Die Maschine habe gegen 4.14 Uhr MESZ über eine automatische Warnung eine elektrische Störung gemeldet, rund 15 Minuten nachdem sie in Turbulenzen geraten sei. "Wir haben es vermutlich mit einer Flugzeugkatastrophe zu tun", sagte Air-France-Chef Pierre-Henri Gourgeon. Das Flugzeug hätte um 11.15 Uhr MESZ auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle landen sollen.

Air France-KLM erklärte, an Bord des Fluges AF 447 seien 216 Passagiere und zwölf Besatzungsmitglieder. Der Airbus 330-200 war am Sonntag um 19.00 Uhr Ortszeit (24.00 Uhr MESZ) in Rio gestartet.

Sowohl in Südamerika als auch in Afrika stiegen Militärflugzeuge auf, um nach der vermissten Maschine zu suchen. Die brasilianische Luftwaffe verlor eigenen Angaben zufolge um 3.33 Uhr MESZ den Kontakt zu dem Flugzeug. Zu diesem Zeitpunkt sich habe sich die Maschine rund 350 Kilometer von der nördlichen Küste Brasiliens entfernt über dem Atlantik befunden, sagte ein Sprecher der Luftwaffe. Nach Angaben von Air France wurde die Maschine von erfahrenen Piloten geflogen. Ein hochrangiger französischer Minister schloss eine Entführung indes aus. "Es ist eine schreckliche Tragödie", sagte Jean-Louis Borloo dem Radiosender France Info.

Die Fluggesellschaft erklärte, Angehörige der Insassen des Fluges AF 447 würden am Flughafen Charles de Gaulle betreut. An Bord der Maschine hätten sich auch sieben Kinder und ein Baby befunden. Das Auswärtige Amt in Berlin konnte zunächst nicht sagen, ob sich an Bord des Flugzeugs auch Deutsche befanden.