Bush fordert von Saudis höhere Öl-Förderung

Dienstag, 15. Januar 2008, 17:47 Uhr
 

Riad (Reuters) - US-Präsident George W. Bush hat den weltgrößten Öl-Produzenten Saudi-Arabien zu einer stärkeren Produktion aufgefordert, um negative Folgen hoher Preise für die US-Wirtschaft zu verhindern.

Die Opec sollte wissen, dass eine höhere Förderung den Märkten helfen würde, sagte Bush vor einem Treffen mit König Abdullah am Dienstag in Riad. Er werde dem Monarchen deutlich machen, welche negativen Folgen ein hoher Öl-Preis für die amerikanische Wirtschaft haben werde.

Der saudiarabische Ölminister Ali al-Nami sicherte zu, in der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) seinen Einfluss geltend zu machen, damit die Fördermengen notfalls erhöht werden. Es gebe jedoch nicht nur die Opec, die Öl fördere. Zudem trage der Öl-Preis nicht allein zum Wachstum der Volkswirtschaften bei.

Auch der französische Präsident Nicolas Sarkozy, der gegenwärtig die Golf-Region bereist, forderte die Saudis auf, mäßigend auf die Entwicklung der Öl-Preise einzuwirken. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) sollte eher bei 70 Dollar statt den derzeit 90 Dollar liegen, sagte Sarkozy am Montag in Riad.

Die Opec fördert rund ein Drittel des weltweiten Erdöls. Die Organisation hat wiederholt erklärt, die Fördermenge sei ausreichend. Vielmehr seien Spekulation, der sinkende Dollarkurs und geopolitische Spannungen für den hohen Ölpreis verantwortlich.

BUSH WIEDERHOLT WARNUNGEN AN DEN IRAN

Zugleich warnte Bush den Iran erneut davor, US-Schiffe im Golf anzugreifen. Sollte dies geschehen, würden die USA die Islamische Republik zur Rechenschaft ziehen. "Die passen besser auf, sich nicht provokativ zu verhalten." Bush bekräftigte jedoch auch, er wolle den Konflikt mit diplomatischen Mitteln lösen.

US-Angaben zufolge umzingelten iranische Militärboote vor gut einer Woche in der Straße von Hormus Schiffe der US-Marine. Die US-Schiffe seien dabei bedroht worden. Die Straße von Hormus ist eine wichtiger Transportweg für Erdöl aus der Region.

 
<p>U.S. President George W. Bush (L) sips his tea with Saudi Arabia's King Abdullah bin Abdulaziz Al Saud as some of the King's horses are paraded before him during his visit to Al Janadriyah Farm in Al Janadriyah January 15, 2008. The farm is King Abdullah's personal country and weekend retreat. REUTERS/Kevin Lamarque (SAUDI ARABIA)</p>