Gericht vertagt Entscheidung über Assange-Auslieferung

Mittwoch, 9. Februar 2011, 08:21 Uhr
 

London (Reuters) - Ein britisches Gericht hat die Entscheidung über eine Auslieferung von WikiLeaks-Gründer Julian Assange an Schweden vertagt.

Am Freitag solle die Anhörung fortgesetzt werden, teilte Richter Howard Riddle am Dienstag mit. Die angesetzten zwei Tage hätten nicht ausgereicht, um das Verfahren abzuschließen. In Schweden wird dem Computerexperten unter anderem sexuelle Nötigung zur Last gelegt. Assange hat die Vorwürfe als Schmutzkampagne gegen seine Enthüllungs-Internetseite zurückgewiesen.

Ein von der Verteidigung als Experte geladener früherer schwedischer Staatsanwalt kritisierte die Kläger in seiner Heimat. Die dortige Staatsanwaltschaft hätte vor einem Auslieferungsgesuch versuchen sollen, Assange zu befragen und ihm so die Möglichkeit zu geben, seine Sicht der Ereignisse darzustellen, sagte Sven-Erik Alhem. Anwältin Clare Montgomery entgegnete für die britische Staatsanwaltschaft, ihre schwedische Kollegin habe versucht, Assange in Schweden zu befragen. Der Australier habe sich jedoch nicht kooperativ verhalten.

Mit der Veröffentlichung geheimer Berichte hat sich der Australier vor allem den Zorn der USA zugezogen. Assange kann sich in Großbritannien nur unter Auflagen bewegen und hält sich auf dem Landsitz eines Unterstützers auf. Die US-Regierung prüft die Einleitung eines Strafverfahrens wegen der Veröffentlichung Tausender Diplomatendepeschen.

 
<p>WikiLeaks-Gr&uuml;nder Julian Assange am 8. februar 2011 bei seiner Ankunft vor einem Londoner Gericht, wo eine Anh&ouml;rung &uuml;ber seine Auslieferung nach Schweden stattfindet. REUTERS/Toby Melville</p>