Pakistans Parlament verurteilt US-Mission zur Tötung Bin Ladens

Samstag, 14. Mai 2011, 14:18 Uhr
 

Islamabad (Reuters) - Das pakistanische Parlament hat am Samstag die US-Mission zur Tötung Osama Bin Ladens verurteilt.

Die Abgeordneten forderten eine Überprüfung der Beziehungen Pakistans zu den USA und warnten, Pakistan könne die Nachschubrouten für die US-Truppen in Afghanistan kappen. Der Chef des pakistanischen Geheimdienstes wurde mit den Worten zitiert, er sei wegen der Affäre zum Rücktritt bereit. Der US-Eingriff sei eine Verletzung des Hoheit des Landes, hieß es in einer Erklärung des Parlamentes.

Die US-Aktion hat das Land blamiert und Vermutungen angefacht, dass pakistanische Sicherheitsbeamte über das Versteck des Al-Kaida-Chefs Bescheid gewusst haben müssen. Regierung und Militär gerieten in der Bevölkerung in die Kritik, da sich Bin Laden offenbar jahrelang unbemerkt in Pakistan aufhalten konnte und die US-Operation von den Sicherheitskräften weder bemerkt noch gestoppt wurde.

 
<p>Pakistan Prime Minister Yusuf Raza Gilani speaks during parliament session in Islamabad May 9, 2011. REUTERS/Prime Minister's Office/Handout</p>