Bewohner der Falkland-Inseln wollen britisch bleiben

Dienstag, 12. März 2013, 12:52 Uhr
 

Stanley (Reuters) - Die Bewohner der Falkland-Inseln haben sich nahezu einstimmig für einen Verbleib der südatlantischen Inselgruppe bei Großbritannien ausgesprochen.

Lediglich drei der rund 1500 Wähler stimmten bei einem Referendum mit Nein. Argentinien, das zuletzt wieder verstärkt Anspruch auf die im Spanischen Malvinen genannten Inseln erhoben hat, bezeichnete die Abstimmung als PR-Gag und will sie nicht anerkennen. Großbritannien erklärte dagegen, die Inselbewohner hätten klar zum Ausdruck gebracht, britisches Überseegebiet bleiben zu wollen. 1982 führten beide Länder einen erbitterten Krieg um die Inseln. Vor der Küste werden ergiebige Öl- und Gasvorkommen vermutet.

Roger Edwards, einer von acht Abgeordneten der Falkland-Versammlung, äußerte sich zufrieden über den Wahlausgang. "Wir wollen am Status Quo festhalten (...) mit dem Recht, nicht zu einer Kolonie Argentiniens zu werden." Eine Meinung die fast alle der 2500 Einwohner teilen: "Wir sind britisch und wollen es auch bleiben", sagte etwa Barry Nielsen bei seiner Stimmabgabe. Großbritanniens Außenminister William Hague äußerte die Erwartung, dass nun alle Länder das Ergebnis akzeptieren. Die Falkländer hätten das Recht, ihre Zukunft selbst zu bestimmen. Im 21. Jahrhundert würden diese Rechte respektiert.

Argentinien nannte Referendum dagegen eine Abstimmung ohne rechtlichen Wert. Unter Verweis auf UN-Resolutionen verlangt die Regierung in Buenos Aires Verhandlungen über die Souveränität der Falkland-Inseln. "Wir wollen ihnen nicht ihre Identität nehmen", sagte die argentinische Botschafterin in London, Alicia Castro, mit Blick auf die Inselbewohner. "Sie sind britisch und wir respektieren ihre Art zu leben (...) Aber das Territorium, das sie bewohnen, ist nicht britisch."

Die Falkland-Inseln gehören geografisch zu Südamerika. Sie sind ein britisches Überseegebiet mit innerer Autonomie. Seit 1833 werden sie von Argentinien beansprucht. Das Land hat den Streit mit Großbritannien bereits vor die Vereinten Nationen (UN) gebracht. Nach seinem Einmarsch führten Argentinien und Großbritannien 1982 zehn Wochen lang Krieg gegeneinander. 650 Argentinier und 255 Briten wurden getötet.